Vienna calling

Vienna calling

Gestern volles Kontrast-Programm: aus der steirischen Provinz direkt in die quirlige Hauptstadt.

Zwei Nächte in Seefeld verbracht. Nur der liebe Gott und die Camping-App wissen wohl genau, wo das ist. Aber gut getan hat der Aufenthalt. Mal nix machen. Erzwungenermaßen. Erstens weil es dort nix zum unternehmen gab und was man hätte unternehmen können, nämlich baden im örtlichen Angel-Teich, ging auch nicht, weil das Wetter mal zur Abwechslung richtig mies war. Kalt, windig und regnerisch. Naja, ein zweiter Platz beim Busgetier-internen Backgammon-Turnier ist doch auch was.

Und gestern dann Wien. Völliges Gegenteil zu den Tagen davor. Eine Metropole wie ich sie selten gesehen habe. Völlig unterschätzt! Groß, quirlig, laut und schnell. Aber irgendwie gemütlich und freundlich. Gestern nur einen Überblick, heute dann volles Programm. Wir sind gespannt!

Carlos en las montañas*

Carlos en las montañas*

All Mächt, ham’s mir schee …

Erst mit der Gondel noch auf 2.700 Meter zum Dachstein-Gletscher, bei perfektem Wetter die Treppe ins Nichts, die Hängebrücke, den Eispalast, den Skywalker und die Aussicht genossen und anschließend im Tal im See abgekühlt. Herrlich!

Zum Thema Gletscher nochmal: vor ein paar Jahren waren wir schon mal auf einem Gletscher. Woanders. Hintertux glaub ich. Egal. Damals war ich noch der Meinung, dass so viel Tourismus nicht gut ist. So viele Leute mit so wenig Respekt vor dem Berg und der Natur. Was machen die alle dort oben? Dort, wo sie selbst niemals aus eigener Kraft hinkommen würden? Wir übrigens nicht ausgenommen.

Naja, einige Jahrhundertsommer und -winter später denke ich: Karrt sie alle da hoch! Alle! Alte, junge, kranke, dicke, dünne und auch die Dummen! Besonders die Dummen! Alle! Weil lang gibt’s diese Welt nicht mehr. Und je mehr davon wissen umso größer wird das Bewusstsein und der Respekt vor unsrer Natur. Vielleicht hilft es, das schlimmste zu verhindern.

* Karl auf dem Berg.

Steiermark im Sommer

Steiermark im Sommer

Eigentlich wunderbar. Irgendwie hat vieles offen, manches nicht. Drum is halt blöd, dass des was offen hat, auch ziemlich voll ist. Aber scheint’s reicht’s. Hmm … Gar nicht auszudenken, was im Winter hier los ist.

Trotzdem: schönen Platz gefunden, schöne Wanderung gemacht, schöne Zeit gehabt.

Man sollte einfach niemals vergessen: Planung ersetzt Zufall durch Irrtum.

Morgen weiter Richtung „grüner See“. War so geplant. Aber wir lassen es nochmal drauf ankommen.

Nee, Spaß beiseite. Is echt schön hier. Ne Niederländerin als Platz-Betreiberin und nen tauben Hund als Nachbar. Das kannst nicht planen.

¡Hola Salzburg!

¡Hola Salzburg!

Wir machen da weiter, wo wir im April aufgehört haben – und zwar im geografischen Sinne, in Salzburg.

Wolferl und Nannerl, wir grüßen euch nur von weitem diesmal.

Salzburg ist ideal als Ausgangspunkt für die „Tour d‘ Autriche“. Wieder Camping Sam Nord: quadratisch, praktisch, gut.

Heute also bloß in die Nähe des Ziel-Gebietes gefahren um morgen, gleich den ersten Tag Urlaub, nicht zum größten Teil auf der Straße verbringen zu müssen.

Internationales Camping-Feeling bei fränkischer Brotzeit genossen.

Wetter perfekt (so kennen wir Salzburg gar nicht), Verkehr erfreulich ereignislos, Anleger-Bier schmeckt. So darf es gern weitergehen.

Vom Regen in die Traufe

Vom Regen in die Traufe

Bzw. Vom Regen in noch mehr Regen. Das Wetter ist uns immer einen Schritt voraus und ist schon da, wenn wir auch endlich ankommen.

Wahn: zum Abschluss noch ein Frühlings-Bummel in Salzburg (da war aus dem letzten Jahr noch eine Rechnung offen). Gemütlich mit den Fahrrädern in die Stadt fahren und bevor das Wetter vollends umschlägt noch den letzten Abend genießen.

Wirklichkeit: zum Abschluss mit dem Bus in die Stadt zum Essen gefahren. Zwar ein gutes Gasthaus entdeckt – Stern-Bräu – aber ausgefroren und durchnässt am Campingplatz wieder angekommen. Gott sei Dank hatte eines der Fahrräder eine kapitale Panne und hat die Fahrt schon von vornherein verhindert. Sonst wären wir schon auf dem Weg in die Stadt aufgeweicht. Glück im Unglück.

A propos Camping: Nord-Sam Salzburg. Urig, ruhig, gemütlich, unkompliziert. Passt. Im Wald, nahe der Autobahn gelegen, mit dem Bus 15 und mit dem Rad vielleicht 20 Minuten in die Stadt. Um in die Stadt zu kommen perfekt.

Carlos a la Playa*

Carlos a la Playa*

* oder wie der Karl im Sand im Regen steht.

Ach, mein italienisch ist auch nicht mehr das, was es mal war. Macht aber nix. Hier zumindest. Beim kleinsten zaghaften Versuch, Getränke oder gar Speisen in der hiesigen Sprache zu bestellen wird man sofort als „tedesco“ entlarvt und der Dialog kippt ins deutsche. Klar, macht es für alle einfacher. Trotzdem schade.

Aber was erwartet man an der oberen Adria? Richtig. Warum sind wir dann überhaupt da? Naja, genau aus dem Grund, warum man sich hier auf Deutsch als zweite Amtssprache geeinigt hat: man sucht und bekommt das Bekannte. Ist ja auch doch irgendwie schön hier. Man kennt sich und man kennt sich aus.

In Summe sind wir zum sechsten mal in dieser Gegend und zum vierten mal an diesem Platz. Wollten bloß ein paar Tage am Strand entspannen und Sonne, Wärme und Ruhe genießen. Ohne großen Aufwand. Das Bekannte und Unspektakuläre gesucht – und gefunden.

Also: alles richtig gemacht.

Genauso, wie Millionen anderer „Tedesco“, die es Jahr für Jahr an den Teutonen-Grill treibt. Vielleicht machen die auch seit 60 Jahren keine Experimente. Weil daheim im Alltag genug Chaos, Ungewissheit und Stress ist. Verständlich also. Und deshalb kein Urteil.

Kennt jemand noch das hier? Polt – man spricht deutsch.

Warum komm ich da drauf? Ganz einfach. Grad ist uns ein wenig langweilig. Seit gestern Abend saufen wir praktisch ab im Dauerregen bei 12°C ab. Aber der Karl hat somit seinen Schlecht-Wetter-Stresstest bestanden.

Auf besseres Wetter. Morgen. Vielleicht. Grad regnet es nicht und der Wein ist offen. ^^