Wimmer geht immer. Oder?

Wimmer geht immer. Oder?

Spoiler: ja, Wimmer geht immer. Aber der Achensee im April? Die Region? Tirol? Südtirol? Erschwerte Bedingungen.

Warum? Alles zu. Plose: zu. Rofan: zu. Penegal: zu. Karwendel-Bahn: zu. Achensee-Bahn und örtliches Spa-Bad: zu. Die meisten Bars und Restaurants: zu. Sogar der See hat sich zurückgezogen!

Kein Problem. Wenn man es weiß stellt man sich drauf ein. Wir waren überrascht. Dass mal was zu hat, geschenkt. Aber die relaxen hier echt nochmal, bevor ihnen ab Mai – wie jeden Sommer – die Bude eingebrannt wird.

Wie gesagt: blöde Zwischensaison.

Bloß auf einen ist Verlass: den Zoltan und den Camping-Wimmer.

Trotz geisterstadthafter Zustände haben wir unseren letzten ganzen Tag bei Königswetter genossen. Schönes Wetter, frische Luft und gute Laune sind weder käuflich noch durch irgendwas zu ersetzen.

Heute wieder heim. Weiß freuen uns. Und nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Bon voyage!

Im See fehlen übrigens knapp fünf Meter Wasser, weil die hier immer um die Zeit viel Wasser für das (Wasser-)Kraftwerk entnehmen. Bis Juni hat sich der Pegel wieder erholt.

Wir wären jetzt dann soweit.

Wir wären jetzt dann soweit.

Jetzt hat’s funktioniert. Jetzt war’s soweit. Wir sind bereit. Urlaub kann kommen.

Seit gestern läuft’s irgendwie.

Brixen angefahren mit der Plose als erklärem Ziel. Nix da. Saisonpause bis Mitte Mai. Die Zwischensaison wieder: zu spät für Winter, zu früh für Sommer.

Der Platz, ein Stellplatz diesmal, war schon gebucht (für 41€/Nacht sind wir auch schon schlechter gestanden). Also aus der Not eine Tugend gemacht: gestern Brixen besucht und heute eine wunderschöne Wanderung durch die Weinberge rund um Brixen gemacht.

Brixen selbst, eine kleine verträumte Altstadt und an jeder Ecke Bars und Weinstuben, an denen man seinen Schoppen genießen kann.

Heute durch die Weinberge, vorbei am Kloster Neustift und abends noch die letzte Mafia-Torte des Urlaubs gefuttert.

So oder so ähnlich hätten wir es uns eigentlich die ganze Zeit über gedacht. Woran es gelegen hat? Wir wissen es nicht. Vielleicht lag es an uns und unsere übersteuerten Erwartungshaltung.

Wie auch immer. Wir werden jetzt dann soweit. So könnte es weitergehen. Aber leider …

Morgen zurück über den großen Berg und eine obligatorisch letzte Nacht am Achensee. Der Wimmer geht nämlich immer.

Südtirol – die fränkische Schweiz Italiens?

Südtirol – die fränkische Schweiz Italiens?

Irgendwie … man weiß gar nicht, wie man sagen soll … Aber irgendwie sind wir ein bisschen enttäuscht.

Es ist nicht so, dass es hier nicht schön wäre. Wirklich nicht. Ganz tolle Landschaft, großartige Berge, nette Seen und eine einmalige Mischung aus alpinem, schroffem Land und Leute und mediterranem Flair.

Talstation Mendelbahn mir Penegal und geschlossenem Panorama-Gasthof im Hintergrund

Aber irgendwie fehlt was. Was genau? Wir wissen es nicht? Stichwort „Erwartungsmanagement“. „Fahrt nach Südtirol, da ist es schön.“ Sagen irgendwie alle. Ist es auch. Aber die Erwartung ist dann vielleicht derart übersteuert, dass man nur enttäuscht werden kann.

Südtirol. Ist es nicht da, wohin die ersten Touristen in den 60ern des vergangenen Jahrhunderts hin aufgebrochen sind? Dolce Vita und so. Und die haben ihre Kinder und Kindeskinder sozialisiert. Man kann auch wirklich viel tun hier. Aber ein wenig angestaubt ist es schon. So wirklich was machen müssen die hier nicht. Ne Flasche Wein an den Straßenrand, zwei Gläser dazu und die Leute kommen schon von alleine. Wie in der fränkischen. Auch von Generation zu Generation weitergegeben.

Und einen ganz entscheidenden Wettbewerbsvorteil hat man hier auch noch: man versteht und spricht deutsch. Ein Pfund im Tourismus.

Zugegeben: heute Kalterer See und Tramin, gestern Mendelpass und Penegal (geschlossen!), davor Meran. Da ist noch viel mehr! Ein abschließendes Urteil würden wir uns nicht erlauben. Zumal wir, wie gesagt, in einer richtig blöden Zwischenzeit unterwegs sind – nach der Ski- und vor der Sommer-Saison. Trotzdem catcht es uns bisher nicht voll.

Blick vom Mendelpass

Das Wetter ist auf jeden Fall sensationell. 23° und Sonne satt. Darf es Ende April aber auch schon mal haben. Mal schauen, wie wir morgen auf der Plose frieren. Übermorgen Brixen. Mal schauen, was da noch kommt.

Bienvenutti al Merano

Bienvenutti al Merano

Oder einfach servus miteinander.

Meran – zweitgrößte Stadt in Südtirol. Und wenn man genau hinschaut könnte man den Eindruck gewinnen, das Nest hätte die besten Zeiten hinter sich. Sissi-Charme und so. Oder wir hängen grad irgendwie komisch zwischen den Saisons. Nicht mehr Winter, noch nicht Sommer.

Schön gewandert, gut gegessen und getrunken ….  Ein toller Start. Wetter passt auch. Morgen Richtung Kaltern. Oder so. Wie gesagt: zwischen den Saisons. Relativ leer also (oder direkt einfach zu). Kann also auch gut sein, dass das Busgetier seine Kernkompetenz – Spontanität – wieder für sich entdeckt und einfach mal laufen lässt. Wäre wünschenswert. Den aktuellen Camping-Trend trotzend.

„Sitting in the mornin‘ sun …

„Sitting in the mornin‘ sun …

… sitting, ‚till the evening comes.“

Nein, ganz so faul wie Otis sind wir nicht. Wir sitzen ja auch nicht am „Dock of the bay“  sondern in Lermoos im Schatten der Zugspitze. Oder, eigentlich ja nicht im Schatten sondern eben im der Sonne.

Gestern Brenner, Fernpass, Schnitzel, Bier, Schnaps und Kaiserschmarrn. Volles Programm.

Nachts noch mit dem Hirsch um die Wette geröhrt und gerade eben in Gesellschaft unseres neuen Bustieres (nicht Haustiers) gefrühstückt.

Jetzt letzte Etappe nach Hause. Das Navi sagt, durch München. Ob es weiß, dass grad Oktoberfest ist und gestern der hiesige FC ein Heimspiel hatte? Wir wissen es. Drum wahrscheinlich die Alternativ-Route über die Bundesstraße. Lieber länger fahren als länger stehen.

Resümee zum ersten wirklichen Urlaub mit reduzierter Stamm-Besatzung: gelungen. Erstaunlich gut sogar. Könnte man wieder machen. Im Grunde machen wir nichts anderes als sonst auch. Gutes Zeichen. Und trotzdem: Mia, du fehlst in jedem Moment.

Madonna der Gastfreundschaft

Madonna der Gastfreundschaft

Eigentlich eine nette Idee, die Schutzpatronin des Tourismus oberhalb einer so sehr von den Besuchern abhängigen Gemeinde aufzustellen.

Ein recht steiler und beschwerlicher Fußweg führt vom Zentrum von Malcesine hoch zur Statue, deren Aussichtspunkt mit einem tollen Panorama jeden Höhenmeter belohnt.

Lager wieder mal in Limone am gegenüberliegenden Ufer aufgeschlagen. Altbekannt und -bewährt.

Ein würdiger Abgesang zum Ende des Trips hin.

Noch eine Nacht auf den Weg in heimatliche Gefilde in Österreich und dann war’s das auch schon.