Berge und Meer

Berge und Meer

Slowenien hat beides zu bieten. Vom einen mehr, vom Meer eher weniger. Dazu später mehr.

Aus den Bergen auf dem Weg zum Meer Zwischenstopp in Postojna. Größte Karsthöhle der Welt (sagen sie dort) und natürlich die Königin der Höhlen. Schon beeindruckend, das Loch. Richtig groß und richtig toll. Imposante Tropfstein-Formationen, Stalaktiten, Stalagmiten und das was entsteht, wenn beide zusammenwachsen. Riesige Hallen und auch kleinste Durchgänge.

Und noch imposanter ist das drumrum: riesiger Parkplatz, klar. Praktisch über den Höhlenzugang ein riesiges Hotel, echt gediegen, allerlei Shops und Gastro drumrum … Aber der Hammer: die Orga. Fast Freizeitpark-Style. Man bucht einen Slot, gibt die gewünschte Sprache an (sechs Stück verfügbar!) und wird dann generalstabsmäßig abgefertigt. Aber nicht unangenehm.

Man wird mit einem kleinen aber echt langen Elektro-Zug zu hunderten (!) ca. drei Kilometer unter Tage befördert (horizontal, nicht vertikal), macht dann eine geführte Tour durch die Höhle, wird echt ausführlich und kurzweilig informiert, stellt doofe Fragen und wird nach knapp zwei Stunden wieder aus dem Berg befördert. Tour endet – natürlich – im Souvenir-Shop.

Entdeckt wurde die Höhle übrigens bereits im frühen 19. Jahrhundert und praktisch umgehend touristisch erschlossen. Und bis heute noch nicht gänzlich erforscht.

Beeindruckend auf ganzer Linie und jeden Cent Eintrittspreis wert.

Im Anschluss nach Portoroz an die Küste gedüst. Und eigentlich bitter enttäuscht worden. Haben einen Platz ausgesucht, den wir schon vor zwölf Jahren mal besichtigt hatten und den wir direkt wieder verlassen haben. Ewig langes und unübersichtliches Gelände, recht eng, eigentlich nix schönes, Sanitär und alles irgendwie runtergekommen und ca. 15 Meter feinsten Beton-Strand. War noch zu Zelt-Zeiten und mit kleinerem Kind. Also vielleicht haben sich Ansprüche und Ausstattung geändert … Nichts davon. Schade. Aber naja, was willst machen? Richtig: das beste draus.

Umso schöner die Umgebung. Slowenien hat ca. zehn Kilometer Küste. Sieben davon haben wir heute erlaufen. Von unserem Platz in Portoroz bis nach Piran. Ein schöner Weg, wenn auch meist am Beton-Strand entlang, durch Beach-Clubs, Parks und vorbei an Lagerhallen und Hotel-Bunkern aus den 70ern des vergangenen Jahrhunderts. Belohnt wird man in Piran von einer schnuckeiligen und lebendigen Altstadt mit vielen Cafés und Restaurants – aber ohne ein überlaufenes Touri-Ziel zu sein. Sehr angenehm.

Auf dem Weg zurück Portoroz merkt man jedoch schon auch, dass der Streifen Küste bei der High society beliebt war und ist. Sei’s drum. Uns hat der Mix gefallen zwischen feinen Restaurants und dass man daneben sein Handtuch auf den Beton legt und im Bikini Sonne tankt.

Apropos Sonne. Wir bereiten morgen unsere Flucht vor. Die Wetteraussichten für den östlichen Teil der oberen Adria veranlassen uns zu einer Planänderung: rüber nach Italien und den Regen aussitzen.

Die große Alm

Die große Alm

Velina Planina – die große Alm in Slowenien.

Ein sehr schöner Ort im Hochgebirge. Altes Hirten-Dorf. Immernoch in Betrieb. Aber: Von ‚ursprünglich‘ brauchen wir nicht reden. Es fährt eine Gondel aus dem Tal um alle 15 Minuten ca 50 Personen auf den Berg zu karren. Dann nochmal 300 Höhenmeter weiter hoch auf knapp 1700 ünN. Mit oft fragwürdigem Schuhwerk kraxelt Hinz und Kunz durch die Alm.

Frisch ist es hier oben. Und wie in einer Landschafts-Einstellung aus ‚Die Ringe der Macht‘, kurz bevor die Orks einfallen. Fast schon unrealistisch schön. Kitschig. Und teuer.

Das ist übrigens schon der zweite Stopp des aktuellen Trips. Millstätter See … Breiten wir gnädig den Mantel des Schweigens darüber. Platz okay – einer von vielen, Betrieben vom lokalen Gastro-Clan, so stell ich mir die Cosa Nostra in Österreich vor – aber der See und das Nest Döbriach selber … Naja, es mag woanders am See schöner sein. Von der Durchfahrt her sind die Seen auf dem Weg zum Karawanken-Tunnel netter. Wir werden es irgendwann noch rausfinden.

Morgen stehen Höhlen, Olme und Meer an.

Schinken, Torte, Kuckucksuhr.

Schinken, Torte, Kuckucksuhr.

Zum Abschluss Schwarzwald pur: Titisee, das Epizentrum des touristischen Hoch-Schwarzwaldes. Mega kitschig aber irgendwie heimelig. Hat sich auch in den vergangenen Jahren kaum was geändert. Schwarzwald halt. Aber gut zum runterkommen.

Irgendwie hat uns auch der Temperatursturz voll im Griff. Von 38 auf 24, da kann es einem schon mal den Kreislauf in die Knie drücken.

Morgen heim. Und nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Mitte September steht der nächste Trip an. Dazwischen planmäßig noch ein Wochenende und er weiß was kommen mag.

Raindrops keep falling on my head …

Raindrops keep falling on my head …

Wer jetzt an das Feeling des Klassiker von B.J. Thomas aus den späten 60ern denkt, liegt nicht ganz falsch: leicht, gar frisch tröpfelt der Regen gleichmäßig auf die Markise und wir genießen mal einen Moment unter 25 Grad.

Heute früh, bzw gestern noch in der Hitze in Dole, in der Nähe von Dijon, Etappe gemacht und ab heute noch für zwei Nächte im vergleichsweise kühlen Schwarzwald eingecheckt.

Wir wandeln wieder mal auf historischen Pfaden: Sommer 2016, am Ende unserer ersten großen Tour sind wir auch am Titisee, damals noch nie dem Uwe auch am selben Platz hier abgestiegen. Das war lange vor Busgetier-Zeiten.

Spannend ist, wie sich die Landschaft, die Kultur und die Menschen verändert haben – nicht in den vergangenen zehn Jahren – ja, sicher auch – aber ich meine auf dem Weg von Südfrankreich hierher. Schon gestern in Dole, immerhin noch ca 150 km südlich von Mulhouse, vergisst man direkt, dass man noch nicht wieder in Deutschland ist und spricht die Leute direkt auf Deutsch an. Irgendwie doch gewohntes Terrain.

Schwarzwald auch irgendwie. Heute regnet es ein wenig und wir genießen es. Morgen wird das Wetter wieder gut und wir entern Titisee-Neustadt und schlagen uns die Bäuche mit Schinken und Torte voll.

Ja und dann geht’s schon wieder heimwärts. Gewitterschäden begutachten und aufräumen. Muss ganz schön abgegangen sein in der Heimat.

Nîmes dich in acht.

Nîmes dich in acht.

Krokodile. Überall Krokodile. Warum? Weil Rom irgendwann mal Ägypten besiegt hat und zu dessen Andenken dann erlaubt hat, Münzen mit einem an eine Palme gekettet es Krokodil zu prägen.

Nîmes ist ganz nett. Relativ klein aber bietet viel. Zum Beispiel in der örtlichen Arena: einmal im Jahr, sechs Wochen lang, kommen wirklich hochkarätige internationale Stars und spielen dort. Dieses Jahr an Ende spielen zum Beispiel an drei Abenden hintereinander „the cure“. Lenny Kravitz war da … Katie Perry … Hat schon was.

Versumpft?

Versumpft?

Ja, irgendwie schon. Irgendwie planmäßig … Und es ist wie immer: „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“ oder „Planung ersetzt Zufall durch Irrtum.“

Geplant waren drei Tage am Meer. Sommer, Sonne, Sonnenschein. Ausspannen, 4-Sterne Campingplatz, … was man sich halt so vorstellt am Meer.

Der Plan hat funktioniert. Aber die Realität …

Die Gegend, die Camarque, wunderbar. Eine riesen Sumpf-Landschaft um’s Rhône-Delta rum. Pferde, Stiere – beides teilweise wild lebend – und Flamingos. Letzteren sind aber keine zu sehen, denen scheint es auch zu warm, die werden auch in den Norden geflüchtet sein, bei der Hitze. Knapp 35°C, kaum ein Lüftchen und eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 300%.

Das Dörfchen in der Nähe ist überraschend nett. Einige kleine Läden und Boutiquen, ein paar echt tolle Restaurants. Pitoresque, wie der Franzose sagt.

Aber der Platz … Naja, wir sind schon schlechter gestanden. Aber in Summe ist das hier komplett unprofessionell geführt. Liegt auch an den Gästen irgendwie. Ist halt ein großer Platz und wenn der Schlendrian mal drin ist …

Morgen geht’s so oder so weiter. Nimes unser Ziel. Da wird’s zwar noch heißer aber vielleicht nicht mehr so schwül …