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Autor: Thomas

Nachspielzeit

Nachspielzeit

Oft werden Spiele erst in den letzten Minuten oder Sekunden entschieden. Wenn dieses ungeschriebene Gesetz auch für Jahreszeiten gelten würde, dann hätte dieser Sommer für uns in seinen letzten Zügen das Ruder nochmal komplett rumgerissen:

Seit einer Woche Sonne satt, Temperaturen, vor denen man im Hochsommer fast schon fliehen würde, das Meer ruhig und klar … Wie man sich einen entspannten Urlaub vorstellt.

Und durchaus abwechslungsreich: am See, Dolce Vita, auf der Insel erst ein kleiner aber herzlicher Platz zwischen zwei kleinen Buchten, perfekt zum schnorcheln, kleines Restaurant chillige Bar. Dann ein richtig großes Familien-Camp – glücklicherweise ohne Kinder und deren aufgedrehten Eltern – mit Pool und die Umgebung italienisch-touristisch erschlossen. Jetzt ein wirklich kleiner Platz mit rudimentärer Ausstattung aber alles was man braucht, und halt perfekt an der Steilküste gelegen. Schmiegt sich an den Felsen über der Bucht an, man steht schattig im Eukalyptus-Wald und genießt das Rauschen des Meeres …

Mal schauen, wenn der Urlaub in die zweite Hälfte geht. Es gab auch schon Spiele, die haben es in der zweiten Halbzeit derart verkackt …

Elba Elba …

Elba Elba …

Wer jetzt an einen Titel von France Gall aus den späten Achtzigern denkt, der liegt völlig falsch.

Es geht natürlich um Elba, die italienische Mittelmeer-Insel, westlich der Toskana und ehemaliges Exil eines kleinen größenwahnsinnigen Korsen, nicht namentlich genannt immerhin aber Stifter wichtiger westlicher Werte – ich sag nur Code Civil. Aber darum geht es jetzt nicht.

Elba – der langjährige Busgetier-Leser weiß das – das Sehnsuchtsziel vom Busgetier. Oft, um genau zu sein, drei Mal, waren wir im Frühjahr, nach Pfingsten hier. Mit schwindender Begeisterung. Zu voll. Grad nach der Pandemie irgendwie zu eng während der Ferien.

Aber jetzt, wo ja wirklich überall die Ferien durch sind, da müsste doch was gehen. Camping, wie wir es uns vorstellen: Reisen, dahin wo es schön ist und wenn es schön ist, einfach dort bleiben, ganz spontan. Soweit der Plan.

Aber auch hier driften Wahn und Wirklichkeit in entgegengesetzter Richtung auseinander. Long Story short: es ist voll. Voller als es an Pfingsten jemals war. Spontan auf die Insel, Ruhe, Erholung, irgendwie auch bekanntes und Entspannung gesucht und doch nur überlaufene Plätze gefunden. Fünf Plätze random angefahren und fünfmal abgewiesen worden. Completo, fully booked, voll belegt.

Entnervt an den Camping Reale gedacht, der hat und vor drei Jahren schonmal gerettet. So auch dieses Mal. Königliches Camping stellt man sich zwar anders vor. Aber auch das ist jetzt nicht das Thema.

Im Grunde aber passt es schon hier. Bissl rumtelefoniert – online buchen oder Verfügbarkeit abrufen kann man hier immernoch gar nicht und wohl auch in Zukunft nicht- und die nächsten Tage reserviert, wo noch was frei war. Spontan ist anders. Aber gut, wieder was gelernt.

Erwähnt werden sollte noch: Der Vorteil im Herbst ist, ganz schlicht, dass praktisch keine Kinder da sind. Und, dass die Silversurfer zeitig ins Bett gehen und auch sonst kaum was unternehmen, das heißt, man hat zum Beispiel Restaurants und Strände nahezu für sich alleine. Die Rentner sind eigentlich nur E-Bike-fahren.

Uns soll es Recht sein. Wir machen uns ein paar schöne Tage hier im Senioren-Paradies. Das Wetter ist auch fast schon unanständig gut (ob der Klimawandel da die Finger mit im Spiel hat? Den Boomer juckt es eh nicht.). Um die 30 Grad Mitte September ist jetzt schon irgendwie zu viel.

Wirklich neues gibt’s bisher von der Insel nicht zu berichten. Im Gegenteil: alles erstaunlich unverändert zu unseren letzten Besuchen. Will sagen: auch Elba kommt wohl in die Jahre.

‚The big G‘

‚The big G‘

Auch weiter im Süden ganz schön.

Zwischen Malcesine und Lazise alles voll. Auf einmal: halb leer. Der Himmel weiß warum.

Seit gestern rücken Schulklassen an. Für uns ganz klar: Flucht nach vorne.

So spät waren wir noch nie dran

So spät waren wir noch nie dran

So wenige waren wir auch noch nie.

Eines nach dem anderen: spät im Jahr weil die Ferien erst jetzt praktisch vorbei sind. Und weil ein Teil, der schulpflichtige Teil, der Busgetier-Besatzung lieber zu Hause bleibt. Völlig verständlich. Und richtig so.

Drum die Gelegenheit am Schöpfe gepackt und zu zweit Richtung Süden. Und weil das Wetter südlich des Alpen-Hauptkamms echt mies ist haben wir kurz entschlossen schon am Achensee halt gemacht. Schon wieder.

Aber immer wieder schön. Immer wieder ideal zum runter- und reinkommen in den Urlaub.

Alles unter Kontrolle?

Alles unter Kontrolle?

Grenzkontrollen – nicht, dass welche nötig gewesen wären. Im Vorfeld viel diskutiert und der der Wiedereinreise mach Deutschland das schlimmste befürchtet. Aber das …

Navi schickt uns aufgrund eines Staus irgendwo in den Niederlanden von der Autobahn in ein Wohngebiet, nur um uns kurz drauf wieder auf die Bahn zu lenken. Im Wohngebiet verliert das Navi den Überblick und wir die Orientierung.

Auf einmal: wir sind in Deutschland. Tatsächlich. Nicht gemerkt. Erst, als die Straßenschilder und -Namen vertraut klingen – und die Parkplätze der Läden wegen dem Feiertag geschlossen sind. Und weil man kein Netz hat.

Camping – wie es einmal war

Camping – wie es einmal war

Vorweg: wir mögen es.

Viele sind aber anderer Meinung. Kein Shop, kein Restaurant, keine Unterhaltung. Nicht mal Internet (also, WLAN am der Rezeption, Netz ob der dramatischen Lage im Tal in Deutschland auch im Jahr 2025 zu viel verlangt). Dafür Ruhe am Bächlein, saubere Toiletten und Duschen, eine Wiese und viel Platz. Und immerhin nur 15 Gehminuten vom Rhein entfernt. Tolle Lage.

Die Lage … Im Vorfeld viel telefoniert. Nix frei. Der erste Platz, der nicht direkt am Rhein ist: praktisch halb leer. Eben kein „Wellness-“ oder „Erlebnis-Platz“

Einfach nur Camping, wie es einmal war. Und vielleicht nur mich zu selten ist.