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Autor: Thomas

L’Autriche, douze points.

L’Autriche, douze points.

Wieder mal am Achensee gelandet. Sogar planmäßig. zwischenzeitlich drohte zumindest der Anfang des Trips im wahrsten Sinn des Wortes ins Wasser zu fallen. Drum umso schöner, dass dann doch alles praktisch planmäßig geklappt hat.

Wetter bescheiden, das Schnitzel auch irgendwie … naja, morgen in aller früh vor der ersten Welle übern Brenner und dann schauen, wie wo das Wetter wird. Dann links oder rechts die Adria runter oder in den Bergen bleiben. Wir werden sehen …

Der Seecamping Wimmer – der Wimmer geht immer – dürfte übrigens wieder die Pole-Position der meistbesuchten Campingplätze vom Busgetier übernommen oder sogar ausgebaut haben. Wir recherchieren mal bei Gelegenheit.

Nix Amore mit’m Maggiore

Nix Amore mit’m Maggiore

Heut war’s schwierig: bester Dinge und frohen Mutes zur Bootsfahrt nach Luino aufgebrochen. Immerhin größte und bedeutendste Stadt am östlichen Ufer des Sees. In froher Erwartung.

Was folgte war eine herbe Enttäuschung. Kein Café, keine Kneipe, keine Bar weit und breit. Und wenn, dann geschlossen. Es scheint auf der anderen Seite noch keine Saison zu sein.

Abgesehen davon nix zu sehen. Die ganze Stadt ist komplett uninteressant und langweilig.

Passiert. Mal ist man der Hund, mal der Baum.

Kurzer Hand in den Supermarkt – auch der ist nicht so einfach zu finden -, Brot, Wurst, Käse und Oliven gekauft, in der Nähe vom Fähranleger Vesper gehalten und auf die Rückfahrt gewartet.

Morgen Heim. Kann spannend werden bei um die null Grad und Schneefall am San Bernardino.

Timing ist alles

Timing ist alles

Anfang April, 28 Grad, Sommer-Feeling im Frühjahr … das war letzte Woche daheim. Zu blöd, dass wir da noch nicht Urlaub hatten.

Urlaub ist jetzt. Und 4 Grad sowie Schneeregen ist auch jetzt. Nördlich der Alpen. ^^

Wetter-Aussichten gecheckt und los! Flucht nach Süden!

Am Lago Maggiore tatsächlich ein Sonnen-Loch gefunden. Um die 20 Grad, dafür unseren neuen Intimfeind: Wind. Aber mit Wind haben wir inzwischen unsere Erfahrungen.

Trotz Erfahrung aber immer wieder der selbe Fehler: Vorhersage ignoriert, Platz in erster Reihe gewählt und am nächsten Tag entnervt auf einem windstillen Platz weiter drinnen umgezogen. Man ist ja flexibel.

Bis hierhin ein gelungener Saison-Auftakt mit 2/3-Busgetier-Besatzung, aus Gründen.

Wahrscheinlich müssen wir uns Ende der Woche durch die Schweiz und den Schnee zurück-kämpfen.

„Der verbotene Platz“

„Der verbotene Platz“

Nein, nicht der in China in selbiger Stadt. Der in Brandenburg, nahe Potsdam, am Schwielower See, bei der Gemeinde Ferch.

Heute bzw. gestern zum Abschluss das Letze: preußische Verbotskultur in Reinform.

Eigentlich eine schöne Anlage hier: im alten Eichen-Wald, Hühner laufen frei durch die Anlage, direkt am See gelegen … Wobei direkt auch „durch eine Hauptstraße getrennt“ bedeutet und bei dem See weiß auch niemand, was da drin schlummert. Baden will man in der Brühe jedenfalls nicht. Für 58,50€ – das ist etwa das doppelte von dem, was wir durchschnittlich in Schweden gezahlt haben – ist man schon deutlich besser gestanden. Zahlbar hier nur in bar, natürlich.

Zugegeben, die Anlage ist mit Liebe gestaltet, die sanitären Einrichtungen auf Top-Niveau (wenn man von dem Spinnen überall absieht, aber gut, ist halt so im Wald.).

Aber wo man geht und steht ein Verbotsschild. Groß „STOP“ mit Anweisung im Befehlston, teilweise sehr herablassend formuliert. Tu dieses nicht, mach jenes nicht. Achte auf das eine, vergiss bloß das andere nicht. Alleine im Herren-Bad bzw. -WC sieben solcher Hinweise. Hier eine Auswahl einiger Schilder:

Und ein extrem hässlich gestalteter Flyer zur Begrüßung mit dem Titel „Gut zu wissen – Leitfaden für erholsame Tage“.

Was muss den Betreibern des Platzes passiert sein, damit sie glauben sowas sei nötig? Vielleicht finde ich es später noch heraus.

Gestern hier gestrandet weil uns nach 300 km deutscher Autobahn die Lust vergangen ist. Also Heute erst heim.

Unter dem Strich, wenn man jetzt schon Resümee ziehen darf, ein schöner Urlaub. Abwechslungsreich, viel gesehen, gefroren, geschwitzt, viel geredet, den Kopf frei bekommen und hoffentlich gut erholt.

Klimawandel

Klimawandel

Grade kam bei der Busgetier-Besatzung der Gedanke zur Sprache, dass wir bei diesem Trip kein Glück mit dem Wetter hatten: oft, wenn wir beschließen weiterzuziehen, weil woanders das Wetter besser sein soll, brechen wir Tags darauf bei bestem Wetter auf. Und oft war das Wetter fantastisch, wenn wir wo angelegt haben. Am nächsten Tag dann nicht mehr.

So auch gestern bzw heute: bei gutem Wetter in Trelleborg eingeschifft, sieben Stunden Sonnenschein auf See, abends noch lang am Strand und außen vor dem Bus gesessen – nachts heftiger Regen, heute bedeckt, diessig und kühl. Mit Unwetter-Warnungen für die Küsten-Region sowie den Rest von Deutschland.

Ist das jetzt noch Wetter oder schon Klima? Irgendwie spielt das Wetter – oder das Klima? – nicht nur während unserer Reise und bei uns in der Gegend, sondern auf der ganzen Welt verrückt: Kontinente brennen, ganze Länder saufen ab, andere verdursten und ganze Regionen werden von Stürmen verwüstet.

Haben übergeht noch einen Tag hier zu bleiben. Aber mit diesen Aussichten?

Von der Küste bis nach Hause sind’s knapp 700 km oder um die 7 Stunden. Nicht unsre Art zu reisen. Schon gar nicht zum Abschluss. Aber was hilft’s?

Wir sind ja im Vorteil und können spontan sein. Mal schauen, wohin es uns verschlägt. Im schlimmsten Fall mach Hause. Aber das wäre auch nicht net schlimmste Ort, ein Unwetter auszusitzen.

Graal-Müritz, Ostsee-Camp, übrigens immernoch ein nettes Plätzchen. Wie schon vor drei Jahren: Anarchisch sympathisch mit DDR-Charme. Und mit außergewöhnlichen Abreise-Zeiten. Bis 18 Uhr. Wie die das organisieren erschließt sich uns nicht. Aber was soll’s.

Rückwärts ausparken in einem Zug

Rückwärts ausparken in einem Zug

Das Hafenbecken von Trelleborg ist ganz schön eng – für den schwedischen Kapitän der „Huckleberry Finn“ kein Problem, den Kahn quasi auf der Stelle zu wenden.

Nicht unsre Fähre – aber ein baugleiches Modell

Überhaupt, der Verkehr in Schweden: herrlich! Möglicherweise haben wir es früher schon mal angesprochen, es soll aber zum Abschluss unserer Zeit in Schweden nochmal Erwähnung finden.

Der skandinavische Verkehrsteilnehmer, der schwedische besonders, ist ausgesprochen vorsichtig, enorm verantwortungsvoll und besonders höflich. Warum auch nicht möchte man fragen. Ja, warum eigentlich? Als deutscher ist man von dem Verhalten erstmal komplett überfordert. Je südlicher man kommt in Europa, umso mehr ist’s auf der Straße ein Hauen und Stechen.

Der Schwede hält sich an die Regeln. Innerorts 40 km/h, über Land 80 oder 90, Autobahn höchstens 120. Und der Schwede hält sich genau dran. Nicht drüber. Eher bissl drunter. Klar, heißt ja auch „Höchstgeschwindigkeit“ also die höchste zugelassene Geschwindigkeit. Wenn man so drüber nachdenkt fragt man sich schon, wie man drauf kommt, dass a bissl mehr schon okay wäre.

Überhaupt die Höflichkeit. Das schwedische Wesen spiegelt sich im Verkehr sehr gut wieder. Abgesehen davon, dass man sich an das Speed Limit hält drängelt keiner, man lässt sich höflich die Vorfahrt, pocht nicht auf sein Recht und lässt sich Zeit. Sehr entspannt. Könnte man sich dran gewöhnen.

An den Begriff „Selbstverantwortung“ muss ich in dem Zusammenhang immer wieder denken. Nicht in dem Sinn, wie ihn selbst ernannte Kämpfer für unsere vielleicht gefährdete Freiheit und gegen Corona-Maßnahmen verwendet haben – da waren die Skandinavier ja auch eher liberaler aber auch konsequenter als wir Deutsche. Nein, ich meine eher im sozialen, solidarischen und vernünftigen Sinn.

Warum schreibe ich so ausführlich über den Verkehr in Schweden? Zwei Gründe:

Erstens sind wir grad auf der Fähre nach Rostock. Noch sechs Stunden Zeit und nix zu tun.

Langweile auf der Fähre

Zweitens gibt es über Trelleborg gestern praktisch nix zu berichten. Die Stadt ist eine komplette Enttäuschung. Außer dem Fährhafen gibt’s praktisch nix zu sehen. Unsere Hoffnung gestern war noch die Trelleborg, der die Stadt ihren Namen zu verdanken hat. Eine von einigen Burgen eines gewissen Wikinger-Chefs, des Königs Blauzahn (nach dem wiederum die drahtlose ÜbertragungsTechnik Bluetooth benannt ist), die er im Ostsee-Raum errichten ließ.

Die Grundmauern der Burg hier haben sie wohl erst in den 90ern entdeckt und teilweise originalgetreu am ursprünglichen Standort wieder aufgebaut. Aber das war derart unspektakulär – wir haben eben festgestellt, dass wir nicht mal ein Foto gemacht haben.

Jetzt also Fähre zurück nach Deutschland und vorbereiten auf den Kultur-Schock: Krieg auf der Straße, draußen nur Kännchen, Digitalisierung in den Kinderschuhen und Bezahlung nur bar – eigentlich muss man manchmal ja froh sein, dass man nicht Felle tauschen will.

Vielleicht sieht man seine eigene Heimat immer zu kritisch. Man sieht halt viel strenger, was alles nicht gut läuft daheim. Kann schon sein. Ist das wirklich nur subjektiv?

Was meint ihr? Diskussion und Meinungen gerne via Kommentar-Funktion. Bin gespannt!