Keine gesehen. Zumindest haben sich die Bewohner dieses überraschend heimeligen Städtchens nahe Hamburg, namensgebend für das angrenzende Naturschutzgebiet, nicht als solche zu erkennen gegeben.
Immerhin: die Portale zu den Kirchen stehen offen.
Als Zwischenstopp zu empfehlen. Mehr aber auch nicht.
Der Platz hier in bester Spießer-Tradition. Draußen nur Kännchen.
Erste Nacht, eine Nacht. Gegen unsre Gewohnheit den gleichen Platz zweimal ansteuern. Aber es geht ja bloß drum, zügig von daheim wegzukommen. Außerdem gibt’s hier beim Knauss gute Burger. Ab morgen früh ist Urlaub.
Am Nachmittag noch kurz in der Stadt gewesen. Erstaunlich, dass es ausgerechnet hier einen der letzten EMP-Stores gibt.
Ein wunderbar verschlafenes und dennoch – oder gerade deswegen? – äußerst gemütliches Nest mit schicker Altstadt und erstaunlich viel Leben und Flair. Keine Kunst, ist ja auch eine Uni-Stadt. Dafür allerdings … wenn es einen als Student hierher verschlägt … Naja, man weiß ja nie, für was es gut ist.
Stehen am örtlichen Kanu-Klub, direkt an der Donau. Zu Fuß zehn Minuten in die Altstadt. Kleiner Platz, mehr Zelte als Wohnwagen und noch weniger Wohnmobile. Sehr angenehm. Allerdings fressen einen die Schnaken bei lebendigem Leibe.
Egal, von Fluss zieht eh die Kälte hoch. Ab ins Bus-Bett und morgen zeitig raus Richtung oberösterreichische Seenplatte.
Schweren Herzens haben wir heute früh eigentlich akzeptiert, dass es nach Hause geht. Okay, nur einen Tag vor der angepeilten Rückkehr. Aber trotzdem davor. Warum? Wetter. So ein Wetter …
Ehrlich: sintflutartige Regenfälle. Und mit jedem Meter Höhe wird es kälter, immer näher an den Gefrierpunkt. Und irgendwo nach Graz, am Ausgang eines Tunnels: als weiß. Winter im Frühjahr. Glückwunsch. Das macht das Fahren auch nicht leichter.
Unterwegs dann angefangen, spaßeshalber nochmal das Wetter auf der Strecke zu checken. Zufällig Salzburg entdeckt – mit Schneefall. Absurder Gedanke. Aber hatten wir auch noch nicht.
Also schnell umdisponiert, Zwischenstopp im sehr empfehlenswerten Salzburger „Haus der Natur“ gemacht, gut gegessen und mit Umwegen im altbekannten Nord-Sam-Camping eingecheckt.
Die Entscheidung war gut. Fünf Stunden Autobahn mit hardcore Regen oder Schnee … Und dann mutmasslich nochmal derer drei? Echt anstrengend. Und wenn es nicht sein muss …
Schnee gab es zwar keinen hier. Schade. Aber Salzburg ist immer einen Stopp wert.
Morgen vielleicht noch einen Schlenker zur Red Bull World? Salzburg hat einiges – außer Campingplätze, bei denen man mit Karte zahlen kann. Is halt doch recht nah an Deutschland.
Für die jüngeren unter uns: es handelt sich bei dem Bauwerk auf dem Bild oben um eine „Telefonzelle“ – und damit ist nicht die Funkzelle gemeint, in die sich euer Smartphone einbucht. Diese putzigen Kübelchen standen vor gar nicht allzu langer Zeit sprichwörtlich an jeder Ecke. Man hat Münzen (ja, Bargeld!) einwerfen müssen und konnte dann einfach jemand anrufen. Einfach so! Verrückt, oder?
Warum schreibe ich das? Keine Ahnung! Vielleicht, weil es hier praktisch nix weiter interessantes zu sehen gibt und es dem Publikum hier irgendwie angepasst scheint.
Gelandet sind wir in Bad Radkersburg, einem kleinen heimeligen Ort in einem letzten Zipfel Steiermark in Slowenien. Die günstige Lage, dadurch vermutlich bis vor kurzem günstige Arbeitskräfte aus dem Nachbarland, eine Heilquelle ist auch schnell gefunden (man muss halt tief genug graben) und zack, hast einen Kurort mit riesigem Thermalbad. Und genau deswegen sind wir da (Genau wie Bus-Ladungen von hinfälligen, Heilung bedürftigen Rentnern).
Seit der Abfahrt in Kroatien praktisch Dauerregen. Und was willst da dann schon machen? Eben: in die Therme, und danach noch auf ein Schnitzel und ein Bier in die Wirtschaft. Top-Empfehlung übrigens von der Frau vom Platz: das „Türkenloch“, for whatever that means. Super Schnitzel und Beilagen in historischem Gewölbe, präsentiert von super Service – und das alles auch noch vergleichsweise günstig. Wegen der günstigen Lage im letzten Eck der Steiermark? Anders Thema.
Mal gucken, was wir morgen auf dem Weg noch interessantes finden. Indoor. Weil aufhören zu schütten soll es leider nicht. Nirgends.
Ein gutes hat’s: der Karl scheint trocken. Also, Fakt ist, er ist trocken. Weil wenn er nach der Fahrt nicht nass ist, dann nur auf dem Grund eines Sees oder Meeres.
Die Überschrift hätte auch heißen können „Wo einst Nscho-tschi badete“.
Aber von vorne. Gestern den um diese Jahreszeit mutmaßlich einzigen offenen Camping- bzw Stellplatz in der Gegend um die Plitvicer Seen angefahren und überrascht zur Kenntnis genommen, dass er erstens relativ klein – knapp 30 Plätze – und zweitens praktisch leer war.
Letzteres gab sich im Laufe des Abends praktisch bis zur Vollauslastung und ersteres erklärt sich dadurch, dass die hier momentan massiv anbauen und auch so schon im Sommer wohl noch viel Fläche freigeben können.
Schöner Platz übrigens. Fünf Sterne. Aber wie so oft liegt der Teufel im Detail, in dem Fall an warmem Wasser in den Duschen. Aber was soll’s, irgendwas ist ja immer.
Nun also zu den Seen. Ein wirklich schöner Park. Erinnert von der Organisation her an die großen US-Nationalparks und steht denen in kaum etwas nach. Super Orga rund um Infos und Eintritt, toll präparierte und ausgeschilderte Wege, von kleinem Spaziergang bis ganztägiger Wanderung alles dabei. Freundlicheres, gutes Englisch sprechendes Personal – und die Natur selbst natürlich: grossartig!
Die älteren erinnern sich vielleicht: die Region und besonders die Seen dienten in den 60ern des letzten Jahrhunderts als Schauplatz diverser Karl-May-Verfilmungen. Die Kulisse ist auch wirklich perfekt! Für einen Film sollen sogar die Bewohner des Ortes Plitvica als Indianer-Statisten rekrutiert worden sein.
Wir sind uns sicher, die Seen sind zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Vier Wochen später, wenn es ein wenig grüner ist, wäre vielleicht noch besser gewesen. Man darf ja nicht vergessen, man befindet sich irgendwie im Gebirge! Letzte Woche hat es hier nochmal geschneit und es liegt im ungünstigen Ecken auch noch ein bisschen Schnee!
Bei uns hat es Mitte April also noch eher post-apokalyptisch, eher wie irgendwas zwischen Waldrand und Atomangriff, also eher bissl kahl ausgesehen. Trotzdem sind wir froh, jetzt schon da gewesen zu sein. Denn in der Saison steht man sich hier sicher gegenseitig auf den Füßen!
Sogar jetzt war der Parkplatz relativ voll, viele Camper und Wohnmobile – wo auch immer die dann die Nacht verbringen – und Busse mit Massen von Asiaten in Kleidchen und weißen Mode-Sneakers.
Wo auch immer die herkommen und hingehen. Weil auch hier, wie überall auf unserer Reise durchs frühjährliche Kroatien: es ist vor der Saison und es ist praktisch kaum was offen.
Umso erstaunlicher: das Restaurant am Platz hatte offen. Und dieses entspricht den Ansprüchen eines Fünf-Sterne-Campingplatzes voll und ganz. Auf der Karte, unter anderem: Filet-Steak mit Gold ummantelt. Kennt man nur aus München im Zusammenhang mit größenwahnsinnigen französischen Fußballern, gibt’s aber wirklich. 120 Mäuse. Ohne Beilagen. Wer’s braucht – am Campingplatz.
Unser Essen war durchweg sehr gut und vergleichsweise günstig. Und zugegeben, der Burger den ich hatte war seine 20€ wert. Mit Beilage.
Morgen weiter, langsam Richtung Heimat. Einen richtigen Plan gibt es noch nicht. Das Wetter soll von morgen bis übers Wochenende, vom Balkan bis nach Niederbayern mal richtig mies werden.
Mal schauen, wo es uns hin verschlägt. Wenigstens wird’s wahrscheinlich die Nagelprobe für die provisorisch geflickte undichte Stelle am Karl. Immerhin …