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Autor: Thomas

Berge, Bilder und Banditen

Berge, Bilder und Banditen

Gestern mal ein Trip ins Innere der Insel, nach Orgosolo.

Dieses Dorf ist zum einen schön in den Bergen gelegen. Recht abgeschieden. Das erklärt vielleicht auch, dass das Nest bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts das Zentrum einiger sardischer Banditen war, die sich in der Gegend versteckt haben. Es soll in den 60ern sogar einen Film zu dem Thema gegeben haben. Recht viel mehr – außer einiger offensichtlicher Einschusslöcher in der Tür des alten Rathauses – erfährt man darüber vor Ort nicht. Scheint ihnen irgendwie peinlich zu sein.

Vielleicht ist auch das einer der Gründe, warum man irgendwann angefangen hat, die Fassaden der Häuser mit Bildern zu verzieren. Verschiedene, meist lokale aber auch internationale Künstler, verschönern die Hauswände mit Szenen von vergangenem und aktuellen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Ereignissen. Teilweise echt kritisch und manchmal durchaus humorvoll. Sehenswert.

Nun, die Tour mussten wir abbrechen. Wolkenbruch, Gewitter und anschließender Dauerregen. Lustig, gell, im August auf Sardinien.

Die Nacht bei der Cala Lieberotto verbracht. Am späten Abend, in der Nacht und heute Vormittag auch ohne Regen.

Halbzeitbericht

Halbzeitbericht

Also, zur Halbzeit liegt Sardinien ganz klar hinten. Nach einem vielversprechenden Start war die letzten Tage irgendwie der Wurm drin. Zum Ende des ersten Durchgangs scheint die Insel ihre Form aber wieder gefunden zu haben.

Schluss mit dem Fußball-Sprech. Im Grunde ist Sardinien an unsren überzogenen Erwartungen gescheitert. Keine Kunst. Denn was haben wir erwartet? Nicht weniger als dem perfekten Urlaub, zu viel von allem: Wetter, Strand, Landschaft, Aktivitäten, Leute, essen … Alles.

Gestern haben wir auf den Rat unserer Nürnberger Urlaubs-Bekanntschaft gehört und auf die Ostseite rübergemacht. Irgendwie auch nicht wirklich anders als im Westen. Überraschung!

Eigentlich ist es nämlich wie überall hier. Bloß schon ziemlich schön.

Heute auf jeden Fall ein Tag, der den Schluss zulässt, dass wir uns auf diese Insel und ihr Eigenarten eingegroovt haben.

Das Wetter wurde übrigens besser in der Zwischenzeit.

Wir sind gespannt, was die zweite Halbzeit bringt und was der Norden für uns bereit hält. Eine Verlängerung ist halt leider ausgeschlossen.

Im folgenden ein paar Impressionen der letzten Tage:

Platzregen irgendwo im sardischen nirgendwo.

Cala Domestico im Westen.

Strand, keine 50 Meter von unserem Platz entfernt.

„Sard Cafe“

Ferry tales *

Ferry tales *

Und weil grad Zeit ist – wir warten auf die Fähre – gleich der nächste Beitrag aus der Kategorie „hättest du geschwiegen wärst du Philosoph geworden“.

Livorno. Ja, was soll man sagen? Viel schönes gibt es nicht. Mit anderen Worten: selten eine derart hässliche Stadt gesehen. Gut, dass wir auf dem Weg die Küste entlang nochmal gehalten haben und bei Marina di Pisa im Meer schwimmen waren. Sonst wäre der Tag irgendwie vollends im Eimer gewesen.

Wie gesagt: grad ist viel Zeit und wir warten auf die Fähre. Sind positiv aufgeregt und gespannt, was heute Nacht auf uns zukommt und wo der Kahn uns morgen früh wieder ausspuckt.

* Geschichten von der Fähre – nicht zu verwechseln mit den „Fairy tales“