Durchsuchen nach
Monat: September 2026

Berge und Meer

Berge und Meer

Slowenien hat beides zu bieten. Vom einen mehr, vom Meer eher weniger. Dazu später mehr.

Aus den Bergen auf dem Weg zum Meer Zwischenstopp in Postojna. Größte Karsthöhle der Welt (sagen sie dort) und natürlich die Königin der Höhlen. Schon beeindruckend, das Loch. Richtig groß und richtig toll. Imposante Tropfstein-Formationen, Stalaktiten, Stalagmiten und das was entsteht, wenn beide zusammenwachsen. Riesige Hallen und auch kleinste Durchgänge.

Und noch imposanter ist das drumrum: riesiger Parkplatz, klar. Praktisch über den Höhlenzugang ein riesiges Hotel, echt gediegen, allerlei Shops und Gastro drumrum … Aber der Hammer: die Orga. Fast Freizeitpark-Style. Man bucht einen Slot, gibt die gewünschte Sprache an (sechs Stück verfügbar!) und wird dann generalstabsmäßig angefertigt. Aber nicht unangenehm.

Man wird mit einem kleinen aber echt langen Elektro-Zug zu hunderten (!) ca. drei Kilometer unter Tage befördert (horizontal, nicht vertikal), macht dann eine geführte Tour durch die Höhle, wird echt ausführlich und kurzweilig informiert, stellt doofe Fragen und wird nach knapp zwei Stunden wieder aus dem Berg befördert. Tour endet – natürlich – im Souvenir-Shop.

Entdeckt wurde die Höhle übrigens bereits im frühen 19. Jahrhundert und praktisch umgehend touristisch erschlossen. Und bis heute noch nicht gänzlich erforscht.

Beeindruckend auf ganzer Linie und jeden Cent Eintrittspreis wert.

Im Anschluss nach Portoroz an die Küste gedüst. Und eigentlich bitter enttäuscht worden. Haben einen Platz ausgesucht, den wir schon vor zwölf Jahren mal besichtigt hatten und den wir direkt wieder verlassen haben. Ewig langes und unübersichtliches Gelände, recht eng, eigentlich nix schönes, Sanitär und alles irgendwie runtergekommen und ca. 15 Meter feinsten Beton-Strand. War noch zu Zelt-Zeiten und mit kleinerem Kind. Also vielleicht haben sich Ansprüche und Ausstattung geändert … Nichts davon. Schade. Aber naja, was willst machen? Richtig: das beste draus.

Umso schöner eure Umgebung. Slowenien hat ca. zehn Kilometer Küste. Sieben davon haben wir heute sieben erlaufen. Von unserem Platz in Portoroz bis nach Piran. Ein schöner Weg, wenn auch meist am Beton-Strand entlang, durch Beach-Clubs, Parks und vorbei an Lagerhallen und Hotel-Bunkern aus den 70ern des vergangenen Jahrhunderts. Belohnt wird man in Piran von einer schnuckeiligen und lebendigen Altstadt mit vielen Cafés und Restaurants – aber ohne ein überlaufenes Touri-Ziel zu sein. Sehr angenehm.

Auf dem Weg zurück Portoroz merkt man jedoch schon auch, dass der Streifen Küste bei der High society beliebt war und ist. Sei’s drum. Uns hat der Mix gefallen zwischen feinen Restaurants und dass man daneben sein Handtuch auf den Beton legt und im Bikini Sonne tankt.

Apropos Sonne. Wir bereiten morgen unsere Flucht vor. Die Wetteraussichten für den östlichen Teil der oberen Adria veranlassen und zu einer Planänderung: rüber nach Italien und den Regen aussitzen.

Die große Alm

Die große Alm

Velina Planina – die große Alm in Slowenien.

Ein sehr schöner Ort im Hochgebirge. Altes Hirten-Dorf. Innennoch in Betrieb. Aber: Von ‚ursprünglich‘ brauchen wir nicht reden. Es fährt eine Gondel aus dem Tal um alle 15 Minuten ca 50 Personen auf den Berg zu karren. Dann nochmal 300 Höhenmeter weiter hoch auf knapp 1700 ünN. Mit oft fragwürdigem Schuhwerk kraxelt Hinz und Kunz durch die Alm.

Frisch ist es hier oben. Und wie in einer Landschafts-Einstellung aus ‚Die Ringe der Macht‘, kurz bevor die Orks einfallen. Fast schon unrealistisch schön. Kitschig. Und teuer.

Das ist übrigens schon der zweite Stopp des aktuellen Trips. Millstätter See … Breiten wir gnädig den Mantel des Schweigens darüber. Platz okay – einer von vielen Betrieben des lokalen Gastro-Clans, so stell ich mir die Cosa Nostra in Österreich vor – aber der See und das Nest Döbriach selber … Naja, es mag woanders am See schöner sein. Von der Durchfahrt her sind die Seen auf dem Weg zum Karawanken-Tunnel netter. Wir werden es irgendwann noch rausfinden.

Morgen stehen Höhlen, Olme und Meer an.